Das Dorf Ladeburg mit einer Gemarkungsfläche von ca. 1.775 ha und mit 2.707 Einwohnern (Stand 04.01.2016) ist seit dem 1. Juli 2001 ein Ortsteil der Stadt Bernau bei Berlin.

Blick auf Ladeburg aus Richtung Lobetal
Blick auf Ladeburg aus Richtung Lobetal

Als am 19. November 1300 Markgraf Albrecht III. den Zisterzienser Nonnen des Klosters Friedland bei Wriezen die Güter und Einkünfte bestätigte, darunter auch 3 Wispel Roggen im Dorfe „Ladeborch“, da stand die Kirche wohl schon 60 Jahre. Das Dorf ist sicher um 1231, bald nach der Besitzergreifung des Barnims durch die Askanier entstanden.

Von der ursprünglichen Anlage her war Ladeburg ein Straßenangerdorf. Durch Überschneidung mit einer weiteren Siedlungsachse ist eine kreuzförmige Dorfanlage entstanden, deren Kern der Dorfpfuhl und die Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert bilden.

Die Kirche ist in drei Entwicklungsschritten entstanden. Die fünfseitige Apsis und der quadratische Chor wurden, wie Putzuntersuchungen bestätigten, im frühen 13. Jahrhundert gebaut. Den Dachstuhl des Kirchenschiffs hat man durch Altersbestimmung der Eichenbalken auf das Jahr

1414 datiert. Damit ist er der älteste Kirchendachstuhl in Brandenburg. Er wurde 2011/2012 sorgfältig restauriert.

Der Kirchturm wurde erst 1853 an die Feldsteinkirche angebaut und ersetzt seitdem den ursprünglichen Turm, der 600 Jahre auf den Mauern des Chores stand.

Im Dorf befinden sich noch weitere wertvolle Baudenkmäler: das Wohnhaus (Schulerweiterungsbau) An der Kirche 6, das Wohnhaus Alte Lanker Straße 34, das ehemalige Zollhaus Alte Lanker Straße 31 a und die Hofanlage Rüdnitzer Straße 4.

In den neunziger Jahren entstanden in Ladeburg neue Wohngebiete. Für viele Menschen sind das „Blumenviertel“ und die Wohnparks „An den Schäferpfühlen“, „Am Kastanienweg“ und „Am Ulmenring“ schon zur Heimat geworden.

In gemütlicher märkischer Atmosphäre kann man in Ladeburg speisen, feiern und übernachten.

Grafik Ortsplan Ladeburg

1 Kirche 12 Neuer Friedhof
2 Friedhof/Friedhofsmauer 13 Wasserturm
3 ehem. alte Schule 14 ehem. Zollhaus
4, 6, 7,
9, 10, 11
ehem. Bauernhöfe 15 ehem. alte Schmiede
16 ehem. Villa Büxenstein
5 Gasthaus 17 ehem. Bäckerei


Reiterhöfe bieten für die Freunde des Pferdesports optimale Bedingungen. Reithallen, großzügige Koppeln und ein weit verzweigtes Reitwegenetz ermöglichen herrliche Ausflüge hoch zu Ross oder mit dem Kremser in die weiten Wälder, Felder und an die zahlreichen Seen.

Zum pferdesportlichen Höhepunkt gehört jedes Jahr im Mai das Reit- und Springturnier mit Scheunenparty. Weitere kulturelle Höhepunkte sind das Mittsommerkonzert am Dorfteich, wechselnde Ausstellungen und das Weihnachtskonzert am 3. Advent in der Kirche, der Weihnachtsmarkt am 1. Advent auf der Dorfaue und das Weihnachtsbaumverbrennen im Januar auf dem Gelände der Feuerwehr.

Zum Gelingen dieser und anderer Veranstaltungen tragen zahlreiche Vereine des Ortes bei: u. a. der Männergesangsverein TEUTONIA Ladeburg e. V., die Frauenchöre, die Freiwillige Feuerwehr, die Volkssolidarität Barnim e. V. Ortsgruppe Ladeburg, der Förderverein Dorfkirche Ladeburg e. V., der Heimatverein und der Tierschutzverein Niederbarnim e. V., der das Tierheim Ladeburg mit Tierfriedhof, Pension, Gnadenhof und Hundeauslaufgebiet betreibt. Auf dem Gelände befindet sich auch die ehemalige NVA-Bunkeranlage der DDR, die auf Anfrage besichtigt werden kann (www.bunker-ladeburg.de).

Im Westen von Ladeburg befindet sich das Naturschutzgebiet „Ladeburger Schäferpfühle“. Dieses Gebiet besteht aus mehreren Kleingewässern, Feuchtwiesen und Ackerbrachen. Hier haben sich seltene Pflanzenarten, wie das breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) und zahlreiche Amphibienarten, wie z. B. die Rotbauchunke, die auf der Roten Liste Brandenburgs steht und vom Aussterben bedroht ist, angesiedelt.

Gefährdeten Vogelarten und Durchzüglern dienen die Schäferpfühle als Brut- und Rastplatz. Der in Ladeburg brütende Weißstorch nutzt die Wiesen zur Nahrungssuche. In angemessener Entfernung zu den Tieren kann man hier die schönsten Sonnenuntergänge beobachten.

Nicht unerwähnt sollen die Baumreihen und die alten Alleen um Ladeburg bleiben. Besonders bemerkenswert sind die Linden entlang der Straße von Bernau nach Ladeburg und die Eichenallee (Klosterfelder Weg) von Bernau in Richtung Kiesgrube westlich von Ladeburg. Die Eichen, die dort stehen, sind ca. 200 Jahre alt. Zu den Naturdenkmälern gehören u.a. die alte Rüster (Ulmus laevis) an der Rüdnitzer Straße, eine Weide (Salix alba) am Ufer des Kleingewässers „Böhms Pfuhl“, die Eiche und Rosskastanie auf dem Dorfplatz und die Linde auf dem Kirchhof.

Eine geschlossene Obstbaumallee gibt es entlang des Feldweges nordöstlich von Ladeburg, der über die Rüdnitzer Straße (Trift) nach rechts zur L 200 und links in Richtung Rüdnitz führt. Hier sind hauptsächlich verschiedene Mirabellensorten gepflanzt worden, aber auch Äpfel und Birnen. Solche alten Obstbaumbestände befinden sich auch am Wegesrand der Schmetzdorfer Straße Richtung Kiesgrube.

Die Umgebung von Ladeburg ist durch Wald und landwirtschaftliche Nutzflächen geprägt, die zum Wandern und Radfahren einlädt. Ausgeschilderte Wege führen in die „Ladeburger Heide“ und ins Biesenthaler Becken. Durch Ladeburg führt auch der Radfernweg Berlin-Usedom.